Konkret

von 21.8. bis 1.9.2019

Eröffnung: Mittwoch den 21.8. ab 19 Uhr

Franz Küsters

Kuratiert von Rüdiger Lange (loop – raum für aktuelle kunst)

Artist Talk am 28. August um 19 Uhr: Franz Küsters im Gespräch mit dem Kurator Rüdiger Lange.

Mit seiner Einzelausstellung bildet Franz Küsters (*1938) den Abschluss der diesjährigen Reihe “Focus on Abstraction” im Pavillon am Milchhof. Unter den zeitgenössischen Berliner Künstlern der älteren Generation gehört Küsters zu jenen, deren Werke bisher erstaunlich selten in Zusammenhang mit Konkreter Kunst genannt wurden. Küsters besuchte ab 1959 die Werkkunstschule Krefeld und im Anschluss die Kunstakademie Düsseldorf, wo er zunächst in der Klasse von Joseph Beuys und später – sichtbarer in Küsters’ Arbeiten – bei Erwin Heerich studierte. Von 1976 bis 2002 war er Leiter der “Gipswerkstatt” der Düsseldorfer Kunstakademie.

Dass der Bildhauer und Maler Küsters eine hier weitgehend unbekannte Größe auf dem Gebiet Konkreter Kunst ist, liegt also nicht zuletzt daran, dass er erst in den 2000er Jahren nach Berlin kam. Gerade deshalb gilt es, die Arbeiten des so kontinuierlich intensiv wie konsequent zurückhaltend arbeitenden Künstlers schließlich in den Fokus zu rücken.

Küsters’ Werk zeichnet sich durch die Vereinigung abstrakter geometrische Reduktion und visuell-sinnlicher Vielfalt im Sinn konkreten Denkens aus. Die für KONKRET ausgewählten Werkgruppen changieren zwischen Malerei und Objektkunst. Es sind dreidimensionale Körper aus Hartgips oder Gemälde, die aus Küsters’ beständigem Forschen an Form, Farbe, Fläche oder Licht und Schatten hervorgegangen sind. 

Die Rezeption des Betrachtenden – sein Blick – nimmt zunächst immer den konstruktiven Part des Erfassens der Arbeiten ein: sei es bei seinen aus der Würfelform abgeleiteten Skulpturen, bei denen erst deren vollständige Umrundung die bildnerischen Potenziale des Spiels mit Fläche und Farbe freigibt; sei es bei seinen Gemälden, bei denen sich die Logik der Zusammenstellung und Abfolge von Farbelementen erst durch die Kenntnisnahme des Komplementärfarbschemas entschlüsselt. Küsters’ Arbeiten sind autonom und sprechen für sich, behaupten aber nicht, dies in erster Linie im Kopf ihres Urhebers zu tun, sondern laden ein, diesem Sprechen in der eigenen Wahrnehmung Raum zu geben, diese zu öffnen.

Bei genauem Zuhören und genauem Hinsehen – dem sich öffnen – lässt sich verstehen, warum die in Kombination gezeigten Winkelobjekte die Grenzen des Konkreten knapp überschreiten.